Information zum Bund-Länder-Beschluss zu den Corona-Winterregeln
Schwesig: "Die Welle ist gebrochen. Die Ansteckungszahlen steigen nicht mehr ungebremst." Die Entwicklung im Land gebe zwar Anlass zu Hoffnung und vorsichtigem Optimismus, aber eine Entwarnung könne es nicht geben. Da die Zahl der Neuinfektionen nach wie vor zu hoch sei - im Land, aber vor allem in anderen Teilen Deutschlands - müssten die Schutzmaßnahmen zunächst bis zum 20. Dezember verlängert werden.
"Ich weiß, dass diese Maßnahmen den Menschen viel abverlangen. Für einige geht es um den Arbeitsplatz und die wirtschaftliche Existenz", so Schwesig. Vor allem die Beschäftigten im Tourismus und in der Gastronomie, die Schausteller und die Veranstaltungsbranche bangten um ihre Zukunft. Anderen fehlten vor allem die Begegnungen mit Menschen. Sie vermissten Kultur und Veranstaltungen und jetzt, in der Adventszeit, auch den Bummel über den Weihnachtsmarkt.
Eine aktuelle Umfrage zeige, dass etwa die Hälfte der Befragten die Corona-Schutzmaßnahmen genau angemessen fänden, 16 Prozent wollten sogar noch weitergehende Maßnahmen und 37 Prozent hielten sie für zu weitgehend. "Die Menschen merken, dass die Landesregierung alles dafür tut, die Balance zu halten: die Gesundheit ebenso zu schützen wie die Wirtschaft und die Arbeitsplätze, den sozialen Zusammenhalt und einen möglichst normalen Alltag für alle."
Schulen und Kitas
Um Schulen habe es viele Diskussionen gegeben, da hier viele Menschen zusammenkommen. Schwesig: "Für Mecklenburg-Vorpommern kann ich sagen: Schulen sind keine Orte unkontrollierten Infektionsgeschehens." Die Hygienekonzepte seien gut und wirksam. Deswegen finde auch an fast 94 Prozent aller Schulen im Land ganz normaler Unterricht statt. Sie habe die Position vertreten, Schulen und Kitas offenzuhalten, soweit es vor Ort geht. Dies sei wichtig für die Kinder und ihre Bildungschancen, aber auch für die Eltern und ihre Arbeitgeber. Es sei wichtig, sofort Quarantäne für die Betroffenen anzuordnen, wenn es in einer Schule einen Infektionsfall gebe. Schwesig: "Deshalb soll die Teststrategie verbessert werden. Sobald der Bund mehr Schnelltests zur Verfügung stellt, können wir die Quarantänezeit verkürzen."Regelungen für die Weihnachtszeit
Die neuen Regeln gelten für ganz Deutschland bis zum 20. Dezember. Viel spreche dafür, dass sie in den Januar hinein verlängert werden müssten. Für die Weihnachtszeit würden die Einschränkungen jedoch gelockert. Schwesig: "Weihnachten ist das Fest der Familie. Für die älteren Menschen ist es wichtig, ihre Kinder und Enkelkinder in den Weihnachtstagen treffen zu können. Niemand soll an Weihnachten und über den Jahreswechsel allein bleiben müssen - auch in Corona-Zeiten nicht." Alle bedürften in diesen Tagen der Ruhe und der Besinnlichkeit, um wieder aufzutanken. Deshalb würden vom 23. Dezember bis zum 1. Januar gelockerte Kontaktregeln gelten. Familien und enge Freunde könnten sich treffen, bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten.Appell an Geduld und Solidarität
"Wir brauchen in den nächsten Monaten weiter viel Geduld und Solidarität", sagte die Ministerpräsidentin im Hinblick auf den bevorstehenden Winter. "Corona ist keine Krankheit, die man gerne mitnimmt, um danach immun zu sein. Es lohnt sich, uns vor Corona zu schützen und dafür auch Einschränkungen in Kauf zu nehmen."Es gebe aber Licht am Ende des Tunnels, da die Entwicklung der ersten Impfstoffe vielversprechend vorangehe. Mecklenburg-Vorpommern bereite sich schon jetzt darauf vor, Impfungen durchführen zu können. Schwesig: "Es wird noch eine Weile dauern bis es soweit ist und nochmals eine Zeit, bis viele Menschen geimpft sind. Aber die Entwicklung der Impfstoffe gebe Hoffnung für 2021."
Abschließend dankte die Ministerpräsidentin allen Menschen, die sich an die Regeln halten, auf Kontakte und Begegnungen verzichten und dadurch dazu beitragen, dass andere gesund bleiben.