Gesundheitswirtschaft ist weiter auf dem Vormarsch
Branche mit enormem Wachstumspotential
| Mittlerweile sind circa 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Jeder fünfte Erwerbstätige (20 Prozent) arbeitet in dieser Branche – damit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigtenanteil“, so Glawe weiter. „Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,6 Milliarden Euro) hat sich die Gesundheitswirtschaft zudem als Motor der heimischen Wirtschaft erwiesen. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtschaft. Daran lässt sich messen, welche Kraft die Branche in unserem Bundesland entfaltet. | Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in MV ist in den vergangenen 10 Jahren jährlich um 5,2 Prozent gewachsen. Das Branchenwachstum lag damit um 2,8 Prozentpunkte über dem Wachstum der Gesamtwirtschaft. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Durchschnitt um jährlich 2,1 Prozent - ein sehr erfreulicher Stand der Entwicklung der heimischen Gesundheitswirtschaft insgesamt. Die Branche bleibt ein Wachstumstreiber“, betonte Glawe. Die Zahlen sind vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2018 erhoben worden. |
Internationalisierung der Branche vorantreiben
| „Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker international ausrichten. Wir müssen mit unseren heimischen Produkten weiter international werben. Wer als Unternehmen exportiert, sichert und schafft auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im eigenen Land. Entscheidend ist, dass die neuen Märkte auch zielgerichtet erschlossen werden. Gerade im Auslandsgeschäft braucht es einen langen Atem. Viele kleine Schritte führen zum Erfolg. Dazu gehört es, die Werbetrommel ordentlich zu rühren“, machte Glawe deutlich. Der Besuch von Messen, Investorentreffen vor Ort sowie das Durchführen von Konferenzen, wie beispielsweise auch die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, sind hierbei wichtige Bausteine, um über die Landesgrenzen hinaus bekannter zu werden. Wirtschaftsminister Glawe hat mit Vertretern der Gesundheitswirtschaft im April Portugal besucht. In Gesprächen mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium und dem Wirtschaftsministerium wurde beiderseitig bekräftigt, die Zusammenarbeit in den Bereichen Prävention, Rehabilitation, Diabetes, Gesundheitstourismus, Telemedizin und Krankenkassensysteme sowie für Produkte aus dem Medizintechnikbereich, zum Beispiel Stents und Niedertemperaturplasma, zu vertiefen. | In Coimbra ist durch einen portugiesischen Hersteller ein spezielles Pflegebett für Krankenhäuser vorgestellt worden. „In den innovativen Betten können Patienten effektiver gewaschen werden, so dass durch eine verbesserte Hygiene die Verbreitung von Infektionen deutlich verringert werden kann. Gleichzeitig nimmt der zeitliche Aufwand ab, so dass dadurch das Personal entlastet werden kann“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Das Land unterstützt die Wirtschaft beispielsweise durch Förderung von Firmengemeinschaftsständen. Für die Branche Gesundheitswirtschaft wird seit Jahren erfolgreich auf den beiden bedeutendsten Medizin-Fachmessen der MEDICA in Düsseldorf und der ARAB HEALTH in Dubai geworben. „Zur weltweiten Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen sind Messebeteiligungen für unsere Unternehmen ein unverzichtbarer Marktplatz“, forderte Glawe. |
Schweiz ist Partnerland der Branchenkonferenz – 1.500 Arbeitsplätze durch Schweizer Ansiedlungen
| Für Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem auch das deutschsprachige Ausland von Interesse. „Mit der Schweiz haben wir ein Partnerland auf der Branchenkonferenz, mit dem wir besonders eng wirtschaftlich zusammenarbeiten. Über 1.500 Arbeitsplätze sind im Land durch Schweizer Projekte und Ansiedlungen entstanden“, so Glawe. Allein am Standort Warnemünde arbeiten mehr als 250 Mitarbeiter in den Bereichen Entwicklung und Produktion von Stents. | Im Verbund arbeitet die Firma Cortronik mit dem weltweit führenden Schweizer Medizintechnikunternehmen Biotronik AG zusammen. Mit dem Medizintechnikunternehmen Ypsomed siedelt sich aktuell ein weiterer Medizintechnikhersteller an. Im Industriepark Schwerin sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen. In der ersten Jahreshälfte 2019 wird die Produktion aufgenommen und damit werden insgesamt 119 weitere Arbeitsplätze entstehen. |
Chancen der Digitalisierung nutzen
| Ein weiterer wichtiger Innovationstreiber in der medizinischen Versorgung ist die Digitalisierung. Telematik und Telemedizin spielen auch im Bereich der Gesundheitsversorgung eine immer wichtigere Rolle. „Hier ist eine besonders dynamische Entwicklung festzustellen, die einen grundlegenden Wandel mit sich bringt. Damit steigen die Erwartungen an Prozesse, Inhalte, Verfügbarkeit und Transparenz in der Gesundheitsversorgung. Es ist unser Ziel, die innovativen Möglichkeiten der Digitalisierung optimal zu nutzen, um den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in M-V gerecht zu werden und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes weiter voranzubringen. Wir brauchen konkrete Ergebnisse für verbesserte Angebote in der Regelversorgung und für die Gesundheitswirtschaft insgesamt“, betonte Glawe. Vieles hat sich gut entwickelt oder ist im Entstehen: digitale Patientenakten, Online-Rezepte und einheitliche Kommunikationssysteme der Beteiligten untereinander. | „Wir sollten uns deshalb die Digitalisierung stärker zu Nutzen machen. Gerade in einem Flächenland wie wir es sind, kommt der Digitalisierung eine besondere Bedeutung bei, beispielsweise bei chronischen Erkrankungen. Durch Unterstützung von Apps oder mit Hilfe der Telemedizin können Krankheiten zum Teil früher erkannt und Krankheitsbilder noch schneller und genauer bestimmt werden. Das ist auch ein Beitrag für eine effektive und verbesserte Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind alles große Herausforderungen, auf die wir uns einstellen, für die wir viele kluge Lösungen finden müssen“, so Glawe. Im Wirtschaftsministerium werden eine Reihe von Förderprogrammen insgesamt für die Digitalisierung geöffnet. „Hierzu zählen die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen. Wichtig ist die Umsetzung von neuen technologischen Innovationen und die Förderung der Qualifikation der Mitarbeiter“, sagte Gesundheitsminister Glawe. |
Gesundheitstourismus weiter ausbauen
| Ein Markt mit viel Potential in der Gesundheitswirtschaft ist der Gesundheitstourismus. „Es sind vor allem Kooperationen wichtig, um die Themen Wellness und Gesundheitsförderung noch deutlicher zu verbinden“, so Glawe. „Jedes Unternehmen im Gesundheitstourismus hat seine Kernkompetenzen, aber für den Kunden ist das Gesamtangebot entscheidend.“ Der Minister forderte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Universitätskliniken, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Hotels. | „Wichtig sind die Etablierung von mehr individuell auf Gäste zugeschnittene Angebote. Wir haben viel zu bieten: ausgewiesene Heilwälder, historische Bädertradition, natürliche Heilmittel, landschaftliche Ruhezonen und Anbieter für die Kombination von Urlaub mit Präventionsmaßnahmen. Diese Vorteile müssen wir gegenüber unseren Wettbewerbern noch besser herausstellen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend. |