| „Europa ist die größte Chance, die wir alle haben. Viel von dem, was wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erreicht haben, haben wir nur deshalb geschafft, weil wir eben nicht weiter den egoistischen, nationalistischen Weg gegangen sind, sondern weil wir uns als Teil von Europa verstehen und auch so handeln. Frieden, Freiheit, Wohlstand und guter Zusammenhalt – das ist Europa für uns. Mecklenburg-Vorpommern ist heute eine Region mitten in Europa, in guter Partnerschaft mit allen Nachbarn. Das ist der Weg, den wir gehen. Und diesen Weg müssen wir weitergehen, um das Friedens- und Demokratieprojekt Europa zu stärken. Für uns und für unsere Kinder“, erklärte die Ministerpräsidentin in ihrer Neujahrsrede vor rund 500 geladenen Gästen.
Gerade in der Stadt wie Neubrandenburg werde deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn ist. „Seit vielen Jahren pflegen wir gute regionale Kontakte in den Ostseeraum, nach Schweden, nach Dänemark, Finnland, ins Baltikum und nach Russland“, sagte Schwesig.
„Eine ganz besonders enge Partnerschaft verbindet uns mit Polen“, hob die Ministerpräsidentin hervor. „Was wir mit unseren polnischen Nachbarn inzwischen über Grenzen hinweg an Gemeinsamkeit haben – das ist gelebtes Europa.“ Ein sehr gutes Beispiel sei die Zusammenarbeit im von der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern betriebene Haus der Wirtschaft in Stettin, das Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze unterstützt. Auch in der Kultur, zwischen Schulen, in der Wissenschaft, zwischen Kommunen, Verbänden und Vereinen gebe es eine enge Zusammenarbeit. „Überall begegnen sich Menschen, die Nachbarn sind und sich für Kultur und Leben in ihrem Nachbarland interessieren. | Davon lebt Europa. Dieser Zusammenhalt der Regionen spiegelt die Werte, für die Europa insgesamt steht.“
Auch Russland sei für Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Partner im Ostseeraum. „Ich bin überzeugt: Es ist gerade in schwierigen Zeiten wichtig, in denen die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland nicht ohne Konflikte sind, in Kontakt zu bleiben und gemeinsame Chancen zum Wohle der Menschen zu nutzen“, bekräftigte die Ministerpräsidentin ihre Position. Dabei sei eins besonders wichtig: „Unsere guten Beziehungen zu Polen und zu Russland dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Unser Land braucht eine gute Nachbarschaft mit allen Ländern des Ostseeraums.“
Die Ministerpräsidentin hob in ihrer Rede hervor, dass sich Mecklenburg-Vorpommern auch dank der Förderung der EU in den letzten Jahren gut entwickelt habe. Seit 1991 seien 10 Milliarden Euro EU-Mittel in das Land geflossen. „Das ist im ganzen Land sichtbar: in unserer gut ausgebauten Infrastruktur, in den sanierten Schönheiten des Landes, in Hansestädten und historischen Seebädern. Natürlich auch hier in Neubrandenburg. Viele zukunftsfähige Arbeitsplätze in modernen Wirtschaftszweigen sind mit EU-Unterstützung entstanden.“ Auch im sozialen Bereich habe das Land von EU-Geldern profitiert, zum Beispiel bei der Jugend- und Schulsozialarbeit oder der Qualifizierung von Arbeitslosen. „Die Landesregierung setzt sich für eine gute Mittelausstattung aus den europäischen Fonds in der nächsten Förderperiode ein“, erklärte Schwesig. Das habe das Kabinett bei seinem Besuch in Brüssel in hochrangigen Gesprächen deutlich gemacht. |