Als Zoo der Zukunft setzt Rostock verstärkt auf Artenschutz und Information
Die Neuen im Zoo: Falklandkararas, Tokos, Nyalas und Schlankloris
| Rund 430 Tierarten und 4.200 Tiere aus allen Kontinenten leben im Zoo Rostock und fast jedes Jahr kommen neue Bewohner dazu. So ist seit Kurzem auch ein Pärchen Falklandkararas in der ehemaligen Sichlervoliere im historischen Teil des Zoos zu bewundern. Die Geierfalken aus der Region der Falklandinseln gehören zu den seltensten Raubvögeln der Welt. Ganz in der Nähe auf der Huftieranlage sind zwei Tiefland-Nyalas eingezogen. Die afrikanischen Waldböcke haben ihre Heimat im südlichen Afrika, wo sie sich meist in Wassernähe aufhalten. Im Darwineum können die Besucher drei frei fliegende Von-der-Decken-Tokos beobachten. Diese imposante Vogelart zählt zu den Nashornvögeln und ist im westlichen Subsahara-Afrika zuhause. In der Höhle des Darwineum sind drei nachtaktive Schlankloris anzutreffen. Die Mini-Feuchtnasenaffen sind im östlichen und südlichen Indien sowie auf der Insel Sri Lanka beheimatet. „Im Frühjahr werden wir unsere neue Vogelvoliere am ehemaligen Café Tordalk eröffnen, die wir mit großer Unterstützung unseres Zoovereins errichten konnten“, kündigte Zookuratorin Antje Angeli an. | „Vor der Eröffnung beziehen Rote Sichler, Rosa Löffler, Kahnschnäbel, Rotschulterenten und Herbstpfeifgänse ihre Voliere. Es werden zu Beginn ca. 35 Tiere unter deutlich verbesserten Bedingungen dort ihr neues Zuhause finden.“ Nach der Erneuerung der Luchsanlage in diesem Jahr werden darüber hinaus zwei junge Luchse, ein Pärchen, in den Zoo Rostock wechseln. Im Anmarsch ist ein neuer Trampeltierhengst. Veränderungen gibt es immer wieder in den Meereswelten, im Korallenriff und im Aquarium. Die aquatischen Lebensräume entwickeln sich stets weiter und laden zu Neuentdeckungen ein. „Im Rahmen der geplanten Baumaßnahme bei den Robben werden unsere Seehunde und Seebären vermutlich im letzten Quartal des Jahres den Zoo verlassen müssen“, so die Zookuratorin. „Wir freuen uns auf den Nachwuchs bei unseren Gorillas Yene und Zola und bei Orang-Utan-Dame Sunda und erwarten einmal mehr bei vielen Tierarten und bei einigen vielleicht auch erstmals Jungtiere.“ |
Die Robben beim Tauchen und Spielen beobachten
| Neben vielen kleineren Maßnahmen zur Verbesserung der Wege und Tieranlagen stehen für die Jahre 2020 und 2021 insgesamt drei größere Erweiterungen bzw. Modernisierungen auf dem Plan. Dazu zählt unter anderem die bereits im Bau befindliche Sichlervoliere in unmittelbarer Nachbarschaft zum Krokodilhaus, die zum Frühjahr eröffnet wird. Hinzu kommt die Rekonstruktion und Erweiterung der vorhandenen Luchsanlage. Diese Arbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen werden. Als drittes und größtes Projekt steht die neue Robbenanlage auf dem Plan. „Hierfür laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren“, informierte Projektleiter Robert Maaß. „Diese Anlage mit einer Größe von 2.500 Quadratmetern und einem großen Ausstellungsbereich und einer überdachten Besuchertribüne wird die vorhandene Robbenanlage im Westteil des Zoos ersetzen. Der Baubeginn ist für Anfang 2021 vorgesehen“, so Maaß. „Wir bauen für unsere zurzeit vier Seehunde und fünf Südafrikanischen Seebären. Die Tieranlagen bestehen jeweils aus einem Wasserbecken, einem Landteil und Absperrgehege. Künftig können dort auf jeder Anlage sechs erwachsene Tiere mit ihrem Nachwuchs leben. Dabei legen wir viel Wert auf eine Ressourcen schonende Filteranlage, die die Wasserqualität optimiert und unseren Besuchern spannende Unterwassereinsichten ermöglicht“, erläuterte Zookuratorin Antje Angeli. Kleine Inseln, Kletterfelsen und auch großzügige Flachwasserzonen sollen nicht nur den Robben mehr Abwechslung bieten, sondern auch den Tierbeobachtern neue Perspektiven und Einblicke. | In der neuen Dauerausstellung am neuen Robbenrevier sollen vor allem Informationen über die großen Meeresströmungen, die Meeressäuger in der Ostsee und in den Schutzzonen sowie über die evolutionsgeschichtliche Entwicklung der Meeressäuger und die Unterschiede zwischen Seebären und Seehunden anschaulich vermittelt werden. Wie geht es weiter mit dem Zoo der Zukunft? Im Laufe des Jahres wird der Zoo einen Masterplan vorlegen, der die Eckpunkte der strategischen Ausrichtung des Zoos definiert. „Der Zukunftsplan beschreibt einen Aktionszeitraum von 20 Jahren“, erklärte Zoodirektor Udo Nagel. „Er soll kreativ, innovativ, wirtschaftlich, nachhaltig, sozial und serviceorientiert aufgestellt sein. Dazu gehören nicht nur neue Ideen für Tiere, Haltungsbedingungen und Großprojekte, sondern auch für zukunftsweisendes Arbeiten und Wirtschaften. Der Masterplan soll als erstes in der Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt vorgestellt werden“, so Udo Nagel. |
Quelle: rathaus.rostock.de