Ergebnisse IHK-Umfrage: Auswirkungen auf die Wirtschaft durch Corona
Verfasst: 11.03.2020, 07:14
Ergebnisse IHK-Umfrage: Auswirkungen auf die Wirtschaft durch Corona
Die IHK-Organisation hat deswegen eine Trendumfrage bei ihren zugehörigen Unternehmen gestartet. Bundesweit nahmen über 10.680 Unternehmen daran teil. Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin waren es 51 Unternehmen. Die Auswertung stellt kein vollumfängliches Meinungsbild dar, liefert jedoch ein erstes Stimmungsbild über den derzeitigen Zustand und die damit verbundenen Erwartungen.
Knapp die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen auf Bundesebene meldet, dass sie bereits die Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit spüren. Im Bezirk der IHK zu Schwerin sprechen knapp 40 Prozent davon. Hauptsorgen für die Unternehmen sind insbesondere: krankheitsbedingte Ausfälle der Mitarbeiter, fehlende Waren und Dienstleistungen, Absage von Messen und Veranstaltungen, eine geringere Nachfrage nach eigenen Produkten und Dienstleistungen sowie eine allgemeine Unsicherheit über zukünftige Geschäfte und Investitionen. Der weltweite Handel wird gestört. Einfuhren und Ausfuhren werden beeinträchtigt. Ein Wechsel der Importländer ist unmittelbar nicht möglich. Die Lieferketten mit China im Besonderen, aber auch mit Italien sind deutlich eingeschränkt.
„Die Corona-Infektion ist ein exogener Schock für die Weltwirtschaft. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektion und die damit verbundenen mittelfristigen Folgen für die globalen Produktions- und Handelsprozesse sind noch nicht absehbar, wie nun die Börsenentwicklung der letzten Tage zeigt,“ erläutert Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, das derzeitige Lagebild.
Allgemein kommt es verstärkt zu wirtschaftlichen Unsicherheiten und Schwankungen. Auf der Nachfrageseite werden neben Desinfektionsmitteln auch langhaltbare Lebensmittel verstärkt nachgefragt.
„Durch die komplexen Verflechtungen in der Wirtschaft kann es mittelfristig zu einer Art negativem Kaskadeneffekt kommen, d.h., dass sich die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erst mit der Zeit bei unseren Unternehmen durchschlagen. Sei es, weil sich die Konjunktur allgemein verschlechtert, die Investitionsbereitschaft zurückgeht oder weil Zulieferketten für Vorprodukte oder Ersatzteile stark beeinträchtigt werden“, so Eisenach.
Damit es nicht zu einer Infektion des Personals kommt, achten die teilnehmenden Unternehmen verstärkt auf die Einhaltung der Hygienestandards, so wie es auch das Robert Koch-Institut empfiehlt. Daneben wird häufig aufs Händeschütteln verzichtet, es werden öfter Reinigungen durchgeführt und die Reistätigkeit wird eingeschränkt. „Wir hoffen nicht, dass es zu wesentlichen Beeinträchtigungen in den Arbeitsabläufen in der Region kommen muss“, so Eisenach. „Wir begrüßen es sehr, dass die Bundesregierung beschlossen hat, den Bezug von Kurzarbeitergeld zu erleichtern.“
Kurzauswertung für Westmecklenburg
Für die Trendumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin wurden die Unternehmen der IHK-Ausschüsse, Arbeitskreise sowie der IHK-Vollversammlung angefragt. Insgesamt meldeten sich 51 Unternehmen zurück.Die Umfrage bildet kein vollständiges Meinungsbild ab, liefert jedoch erste Erkenntnisse zu den regionalen Auswirkungen. Die Befragung fand vom 5. bis zum 8. März online statt. Die regionalen Ergebnisse flossen in die bundesweite Auswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ein.