Corona-Krise: Leistungsfähigkeit der Ernährungswirtschaft stärken
Verfasst: 27.03.2020, 16:05
Corona-Krise: Leistungsfähigkeit der Ernährungswirtschaft stärken
Aufgrund des Krankenstandes, der häuslichen Isolation von Mitarbeitern oder aber auch durch Ausfall der Mitarbeiter zur Kinderbetreuung fehlen den Unternehmen verstärkt Mitarbeiter, um die gestiegene Nachfrage insbesondere des Lebensmitteleinzelhandels zu erfüllen. Die fehlenden Saisonarbeitskräfte, die für die bevorstehende Erntesaison nicht zur Verfügung stehen werden, geben einen weiteren Anlass zur Sorge. „Es ist dringend erforderlich, die anstehende Ernte in der Landwirtschaft sicherzustellen. Die bestehenden pauschalen Einreiseverbote sollten daher situationsgerecht geprüft werden. Direkteinreisen von negativ getesteten Erntehelfern aus dem Ausland würden eine erhebliche Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe darstellen und sich positiv auf die Verarbeitung und den Verkauf von Lebensmitteln im norddeutschen Raum auswirken“, argumentiert Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen. Auch litten viele Betriebe unter den uneinheitlichen Regelungen in den fünf norddeutschen Bundesländern, so Janina Marahrens-Hashagen. „Unsere Ernährungswirtschaft ist in besonders hohem Maße auf einheitliche Regelungen in den fünf norddeutschen Ländern angewiesen. Viele Unternehmen der Branche haben Filialen in mehreren norddeutschen Bundesländern“, plädiert die IHK Nord-Vorsitzende für ein abgestimmtes und einheitliches Vorgehen in ganz Norddeutschland.
Einige Unternehmen gaben zudem an, dass sie durch Zwangsschließungen und den Wegfall von Aufträgen große Verluste machen, die zum Teil existenzbedrohend sind. Auch zeigt sich, dass bei den Unternehmen noch viele Fragestellungen zum Kurzarbeitergeld bzw. der finanziellen Hilfen durch die Bundesländer offen sind. „Es ist daher von großer Bedeutung, dass das Bundeskabinett die Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevant anerkannt hat und ein umfassendes 7-Punkte-Paket beschlossen hat. Es ist nun wichtig, diese konkreten Hilfen für die Unternehmen der Ernährungswirtschaft durch die zuständigen Behörden schnellstmöglich umzusetzen, sodass die Lieferketten und damit auch die Versorgung der Bevölkerung in diesen Krisenzeiten gewährleistet ist.“, so die Vorsitzende der IHK Nord, Janina Marahrens-Hashagen.
Schnelle Hilfen erwartet auch die Lebensmittelindustrie; für die jetzige Hochphase der Produktion müssen die Produktionsprozesse gesichert werden. Der Ausfall von Mitarbeitern zur häuslichen Betreuung muss durch deutlich mehr Plätze zur Notfallbetreuung abgeholfen werden.