Oberbürgermeister Methling, Olympia und die Warnemünder Mittelmole
Verfasst: 06.10.2016, 07:31
Oberbürgermeister Methling, Olympia und die Warnemünder Mittelmole
Geplant sind neben einer Landmarke in Form eines Hochhauses, das höher als das "Hotel Neptun" sein soll, Wohnungen und Gewerbeflächen. Nun scheint dieses aber nicht mehr wahr zu sein. Ein neuer Plan steht seit einigen Tagen auf der Tagesordnung unseres Oberbürgermeisters: Olympia 2024 oder 2028. Diesen olympischen Gedanken hegten die Rostocker Anfang dieses Jahrtausends schon einmal, als sich Rostock-Warnemünde zusammen mit Leipzig um die olympischen Sommerspiele 2012 bewarb. Damals hieß der Slogan "Ich bin ein Rostock-Olymp".
Ob dieser Gedanke noch immer in den Köpfen der Rostocker ist, sei mal dahingestellt. Es wurde im Zeitraum der Bewerbung viel geschaffen, viel verschleiert und ist bis heute nicht geklärt. Wir denken da nur einmal an die "Yachthafenresidenz Hohe Düne". Nun steht ein neues "Produkt" auf der Liste von Oberbürgermeister Roland Methling, das Filetstück von Rostock die Warnemünder Mittelmole.
Um die ist seit April ein riesiger Streit entfacht. Nicht alle Bürgerinnen und Bürger teilen die Ansicht, einen neuen Wohnpark und neue Gewerbeflächen zu schaffen. Dies steht auch nicht mehr zur Debatte. Ginge es nach unseren Oberbürgermeister, solle auf der Mittelmole ein olympisches Dorf entstehen. Die Vision: Olympisches Treiben am Fährbecken unmittelbar in der Nähe zum Warnemünder Leuchtturm. Gerade die Fährbecken scheinen aber ein "Sicherheitsrisiko" zu bergen und werden seit gut vier Monaten gesichert. Hinter vorgehaltener Hand wird sogar spekuliert, dass die Fährbecken mit Beton ausgefüllt werden. Dies würde bedeuten, dass dann keine olympischen Sommerspiele direkt im Fährbecken stattfinden würden.
Aber der Oberbürgermeister hat seine Rechnung ohne die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wiro gemacht. Diese ist Eigentümer der Warnemünder Mittelmole und plant Wohnungen und Gewerbeflächen. Die Anwohner von Warnemünde fürchten in diesem Zusammenhang steigende Mieten und Konkurrenz für den Handel. Würde die Bebauung so stattfinden, wie es die Wiro plant, reiche der Platz an den Fährbecken nicht aus, meint Ralf Zimlich, Chef der Wiro. Das gesamte Vorhaben müsste dann noch einmal von vorne geplant werden, würde der Plan Olympia nach Rostock geholt werden.
Olympische Spiele wären sicher für Rostock eine Bereicherung. Ob Berlin oder Hamburg dann den Zuschlag bekommen und Rostock als Partnerstadt für die Segelwettbewerbe in Frage kommt, ist noch Zukunftsmusik. Sicher scheint zu sein, dass der Oberbürgermeister im Vorfeld der Kommunalwahlen noch Stimmen gut machen möchte. In der Vergangenheit hat er sich in der Rostocker Bürgerschaft nicht viele Freunde gemacht. Viele Anträge wurden von ihm in erster Instanz abgelehnt, meist um Zeit zu schinden, sei es auch nur einen Monat.
Rückendeckung bekommt der Oberbürgermeister von der Landesregierung. Innenminister Lorenz Caffier von der CDU ist sich sicher, dass die Landesregierung ein solches Vorhaben unterstützen würde, denn "Rostock hat eines der weltbesten Segelreviere", so Caffier. Bei aller Euphorie bleibt aber noch die Frage offen, wo bleibt der olympische Gedanke und die Sportlichkeit des Oberbürgermeisters. In den vergangenen Jahren ist, bezüglich des maritimen Erbes in Rostock einiges schief gelaufen. Nicht zuletzt im Sommer vergangen Jahres durch das Sinken der "Georg Büchner" und jetzt das Verschrotten der "Vagel Grip". Rostock hat noch viele Baustellen. Eine ist die Warnemünder Mittelmole, die jetzt in ein ganz neues Licht gerückt wird.