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Pandemie: Gründungsgeschehen erlebt herben Rückschlag

Verfasst: 20.10.2020, 16:43
von Maik Thomaß

Pandemie: Gründungsgeschehen erlebt herben Rückschlag

Schwerin - Mehr als die Hälfte der Industrie- und Handelskammern in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit zum Teil deutlich weniger Unternehmensgründungen. Das geht aus dem aktuellen Gründerreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Die Corona-Pandemie bedeutet einen Rückschlag für das Unternehmertum in Deutschland und führt voraussichtlich zu weniger Start-ups und Unternehmensgründungen, so das Fazit der Umfrage unter den IHK-Gründungsexperten. Demzufolge gestalten sich wegen Stilllegungen oder Einschränkungen der geschäftlichen Aktivitäten sowie Nachfragerückgänge Unternehmensgründungen im Gastgewerbe, dem Tourismus, bei Logistikern und in anderen Dienstleistungsbranchen gegenwärtig äußerst schwierig.
„Auch, wenn manche Gründung vielleicht nur verschoben ist, die Nachfrageeinbrüche und die wirtschaftliche Unsicherheit bremsen eindeutig das Gründungsgeschehen", schätzt Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, ein. „Die Zahl der Existenzgründungsberatungen steigt zwar seit dem Sommer wieder an, die daraus resultierenden Gründungsvorhaben werden aber einen Rückgang der Neugründungen in diesem Jahr nicht verhindern können", prognostiziert Eisenach. "Die Politik sollte ihre wirtschaftspolitischen Maßnahmen darauf ausrichten, unternehmerische Aktivität und Innovationsgeist auch im Hinblick auf Existenzgründer zu stärken", mahnt er.


In der Corona-Krise sind die Gründerangebote der KfW und der Bürgschaftsbank MV wichtige Instrumente für die Umsetzung größerer Vorhaben. Während die Zuschüsse des Landes MV für die Teilnahme an Existenzgründerseminaren weiterhin ein wesentliches Förderinstrument darstellen, fehlt seit Ende vergangenen Jahres das Angebot von Mikrodarlehen für Kleingründungen. Gerade Gründer in Branchen wie im Einzelhandel, der Gastronomie und im Dienstleistungsbereich benötigen oft neben dem Eigenkapital auch Fremdkapital zwischen 5 bis 30.000 Euro, um ihr Gründungsvorhaben liquiditätssicher umzusetzen. Andere Länder, z. B. unsere Nachbarn Schleswig-Holstein und Brandenburg, stellen diese Mittel für ihre Gründer zur Verfügung. Seit Ende letzten Jahres besteht in Mecklenburg-Vorpommern ein Antragsstopp, da der revolvierende Fond ausgeschöpft ist.

„Umso wichtiger ist es, dass die bereits im Juni 2020 im Rahmen des 120 Millionen Euro Konjunkturprogramms angekündigte neu ausgerichtete Richtlinie für ein Mikrodarlehen des Landes umgesetzt wird“, fordert Eisenach.