Seite 1 von 1

Gemischtes Stimmungsbild zu Corona-Beschränkungen bei den IHK-Unternehmen

Verfasst: 04.11.2020, 14:18
von Maik Thomaß

Gemischtes Stimmungsbild zu Corona-Beschränkungen bei den IHK-Unternehmen

Schwerin - Die Wirtschaft in Westmecklenburg spricht sich mehrheitlich dafür aus, dass Kitas und Schulen soweit wie möglich geöffnet bleiben. Das ergab eine Blitzumfrage der IHK zu Schwerin. Demnach sollten die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung jedoch stärker regionalspezifisch erfolgen und eine Ausweitung der Maskenpflicht den Schließungen vorgezogen werden.
„Vor allem beim Thema Schule und Kita ist das Stimmungsbild eindeutig,“ erklärt Matthias Belke, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. „Kitas und Schulen sollten nicht pauschal geschlossen werden. Sonst kämen auf die Unternehmen und ihre Arbeitnehmer wieder starke Belastungen zu.“ In der Umfrage der IHK zu Schwerin befürworten 90 Prozent der Unternehmen, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen geöffnet bleiben. „Es war im Frühjahr eine enorme Kraftanstrengung für alle Beteiligten. Daher sollte der Betrieb der Einrichtungen soweit wie möglich gewährleistet werden“, so Belke.

Eine weitere deutliche Positionierung der Wirtschaft gab es zu dem Thema Schließungen. 74 Prozent der Unternehmen sind der Ansicht, dass eine Ausweitung der Maskenpflicht den Schließungen vorzuziehen sei. „Besonders in den von den Schließungen betroffenen Branchen ist das Unverständnis groß, weshalb trotz funktionierender Hygienekonzepte die Arbeit eingestellt werden muss“, erläutert Belke. „Die Unternehmen brauchen eine klare Perspektive ab dem 1. Dezember 2020. Nach unserem Dafürhalten muss es darum gehen, Hygienekonzepte zu optimieren und bundesweit durchzusetzen statt Wirtschaftsbereiche komplett zu schließen,“ so Belke weiter.

Des Weiteren sprechen sich zwei Drittel der Unternehmen dafür aus, die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung stärker abhängig vom regionalen Geschehen zu machen. Ein Drittel befürwortet bundesweit einheitlich geltende Regelungen. „Es ist ein schwieriger Balanceakt: Das ist den Unternehmen und uns klar. Doch wir müssen an dieser Stelle ganz klar fordern, die Wirtschaft stärker bei solchen Entscheidungen einzubeziehen“, so Belke abschließend.