NWM: Landkreis kurz vor roter Corona-Ampel, weiteres Abstrichzentrum wird eröffnet und Bundeswehr kommt zum Einsatz
Verfasst: 04.11.2020, 18:27
NWM: Landkreis kurz vor roter Corona-Ampel, weiteres Abstrichzentrum wird eröffnet und Bundeswehr kommt zum Einsatz
Seit dem 3. November 2020 16 Uhr kamen insgesamt 23 neue positive Fälle hinzu, womit sich die Gesamtzahl auf 290 erhöht. Als aktuell infiziert sind 106 Menschen in Quarantäne, inklusive Kontaktpersonen und Reiserückkehrern sind es 1.305.
Diese Anzahl stellt auch die telefonische Quarantäne aktuell vor eine große Herausforderung, weswegen der tägliche Anruf nicht immer gewährleistet werden kann. Die Kreisverwaltung bemüht sich um die Aufstockung der Kapazitäten durch das Heranziehen weitere Mitarbeiter sowie ab dem 9. November 2020 durch die Hilfe der Bundeswehr.
Das Infektionsgeschehen am 4. November 2020
Ein positiver Test bei einer Schülerin der Regionalen Schule Neuburg bedeutet Quarantäne für 7 Lehrer und die Klassenstufe 5 der Schule (48 Schüler).
Echte Hotspots gibt es nicht, jedoch lässt sich ein Cluster von 6 Infektionen auf ein gemeinsames Arbeitsumfeld zurückführen und 4 weitere auf ein anderes davon getrenntes Arbeitsumfeld.
Ein Großteil der Infektionen sind aber auch Einzelfälle, die sich mit Symptomen bei ihren Hausarzt meldeten.
Heute wurden außerdem die Abstriche an der Grundschule Bobitz durchgeführt bei 72 Schulkindern, 10 Lehrern, und 3 Kindern vom Hort und einer Erzieherin. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
Zweites Abstrichzentrum nimmt Montag seine Arbeit auf
Nach intensiven Vorbereitungen wird am 9. November 2020 ein weiteres Abstrichzentrum seine Arbeit in Nordwestmecklenburg aufnehmen.
Es befindet sich am Ploggensee 4 in Grevesmühlen in einem ehemaligen Seminargebäude und wird zunächst montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet haben. Für einen Abstrich dort ist, wie in Wismar, ebenfalls eine Überweisung von einem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt nötig. Organisation und Betrieb übernimmt der DRK-Kreisverband, der zeitweise als Unterstützung für das Gesundheitsamt auch schon mit einem eigenen mobilen Abstrichteam im Einsatz war.
Weitere Hilfe durch die Bundeswehr
Bei der Bewältigung der Arbeit im Gesundheitsamt halfen bislang 3 Bundeswehrsoldaten mit, für deren Hilfe, die bis 30.11. terminiert ist, wird der Landkreis eine Verlängerung beantragen.
Ebenso für 3 weitere Soldaten, die bislang bis zum 27.11. im Abstrichzentrum am Sana-Klinikum in Wismar eingesetzt sind.
Zusätzlich hat die Bundeswehr zwei weitere Hilfegesuche des Landkreises genehmigt. Am Montag (9.11.) werden 3 Soldaten ihren Dienst im zweiten Abstrichzentrum in Grevesmühlen beginnen.
Weitere 15 Kollegen werden das Gesundheitsamt direkt in seinen Aktivitäten unterstützen – zunächst in der telefonischen Quarantäne-Betreuung.
Landrätin Kerstin Weiss: „Die Bereitstellung von Kräften durch die Bundeswehr ist eine große Hilfe für uns, um die Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen. Dieser Umstand sollte den Menschen aber auch bewusst machen, in was für einer außergewöhnlichen Situation wir uns befinden. Für manche mag es sich nicht so anfühlen, aber die Lage ist sehr viel ernster als im Sommer.“
Quelle: Landkreis Nordwestmecklenburg