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Was passiert auf der Warnemünder Mittelmole?

Verfasst: 22.10.2016, 08:05
von Maik Thomaß

Was passiert auf der Warnemünder Mittelmole?

Warnemünde. Seit dem 13.10.2014 können interessierte Bürgerinnen und Bürger in Warnemünde eine Woche lang das Ergebnis der Planungswerkstätten Warnemünder Mittelmole in der alten Wagonhalle auf der Mittelmole besichtigen und zeitgleich auch Fragen an Vertreter, unter anderem der Wiro, stellen.
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Funktionsplan Warnemünde Mittelmole im Modell. Foto: Maik Thomaß
Ebenfalls am 13.10.214 ging die Webseite http://www.mittelmole.de online, in der sich alle über das zukünftige Vorhaben informieren können. Wer sich die Webseite genauer ansieht, wird feststellen, dass der Prozess zur Entwicklung der Warnemünder Mittelmole bereits seit 2011 läuft, angefangen mit einer Ausschreibung über den städtebaulichen Wettbewerb bis hin zur Entscheidung der Jury, 9 Bürgerforen, Ortsbeiratssitzungen und den Planungswerkstätten im Juli diesen Jahres.
Wer sich auf der Webseite, deren Betreiber das städtische Wohnungsunternehmen Wiro ist, umsieht, wird oben rechts auf eine "Fragen-Antworten-Seite" stoßen. 14 Fragen stehen zur Auswahl, wobei besonders bei zwei Fragen die Antworten etwas widersprüchlich mit dem sind, was vereinbart wurde, beziehungsweise was nicht passieren soll.

Frage 1: Warum soll auf der Mittelmole ein Hochhaus als Landmarke entstehen? Antwort: Die Intention der Teilnehme des Forums Mittelmole war, dass ein weithin sichtbares Objekt - mit einer Höhe von maximal 90 Metern - bewusst auf Warnemünde als besonderen Ort und Tor zum Ostseeraum aufmerksam machen soll. Mit einer Landmarke ließe sich der spannende Kontrast von moderner und historischer Architektur nicht nur zu Land, sondern als Glanzlicht ebenfalls vom Wasser aus bestaunen. Die Landmarke ist eines der meistdiskutierten Themen der Bürgerwerkstätten. Auch deshalb wird dieser Teil des Funktionsplanes vor dem Entwurf des Bebauungsplanes noch einmal intensiv bearbeitet. Quelle: http://www.mittelmole.de/fragen-und-antworten.html

Frage 2: Wie werden die Häuser aussehen – werden sie zu Warnemündes Charakter passen? Antwort: Fragen zu Höhe, Baustil oder -Form der geplanten Häuser sind zurzeit noch völlig offen. Diese werden erst nach Rechtskraft des Bebauungsplans relevant und dann in den einzelnen Bauabschnitten über entsprechende Architektur-Wettbewerbe festgelegt. Die WIRO möchte erreichen, dass die späteren Entwürfe auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung stoßen. Die Einbindung von Vertretern der Bürgerschaft und aus dem Ortsbeirat in die Wettbewerbsauslobung ist daher selbstverständlich ebenso wie die Abstimmung mit dem Bauausschuss und dem Gestaltungsbeirat. Quelle: http://www.mittelmole.de/fragen-und-antworten.html

Die erste Frage bezieht sich auf die sogenannte Landmarke, ein bis zu 90 Meter hohes Gebäude, welches von weitem sichtbar sein soll. Mit großer Mehrheit wurde am 14. April 2014 bei der Vorstellung des Funktionsplanes die Errichtung einer sogenannten Landmarke abgelehnt. Bekräftigt wurde dies in einer zweiten Vorstellung am 8. Mai 2014, welcher scheinbar bei der Erstellung der Webseite unterging oder gar mit Absicht vergessen wurden. Späteren Angaben in verschieden Medien war zu lesen und zu hören, dass es definitiv keine Landmarke geben wird. Wer sich aber die Fragen-Antworten-Seite durchließt, wird feststellen, dass dies nun doch noch nicht zu den Akten gelegt wurde. Worauf können wir uns also verlassen? Auf die besänftigenden Worte und Pressemitteilungen der Stadtverwaltung oder gar auf die Antwort seitens der Wiro-Webseite?

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Funktionsplan Warnemünde Mittelmole im Modell. Foto: Maik Thomaß
Zweitens die Höhe der Bauwerke in Frage 2. Auch hier gab es bisher durch die Medien und die Stadtverwaltung veröffentlichte Stellungsnahmen, dass nur maximal vier Geschosse hoch gebaut werden darf. Aber die Antwort auf Frage 2 lassen wieder alles offen. Genauso die Frage, wie viele Wohnungen es nun geben wird. "Zirka 300" lässt auch hier Spielraum, weniger nach unten, sondern mehr nach Oben.
Verfolgt man die Fragen weiter oder schaut sich den Bebauungsplan an, so wird man eine weitere Unstimmigkeit finden. "Wohnen zwischen Bahngleisen und dem Alten Strom wird es nicht geben". Sehr zum Ärgernis, auf den Planen wird immer noch Wohnen zwischen Bahngleisen und Alten Strom angeboten. Was ist denn nun richtig? Wo führt die Reise hin?

Wenn wir noch einmal einen Blick zurück zum Wettbewerb und der Teilnehmer werfen, dann fällt auf, dass vier Bewerber aus der Hansestadt Rostock dabei waren. Insgesamt gab es 62 Bewerber, wovon die meisten aus Berlin stammten. Sogar von der anderen Seite des Erdballs aus Australien gab es einen Bewerber. Maritimer hätte es da sogar noch ein Greifswalder Architektenbüro getroffen. Letztlich haben den Zuschlag BLK2 Böge Lindner K2 Architekten aus Hamburg bekommen. Sie ernteten bei der Vorstellung des Funktionsplanes mehr Buhrufe, als ein parteiischer Schiedsrichter und nicht zuletzt den Hinweis: "Rostock ist nicht Hamburg".

Letztlich bleiben viele Fragen offen, die bei der Rückverfolgung der Ereignisse der letzten Wochen und Monate neue Fragen aufgeworfen haben. Vielleicht ist die Stadtverwaltung Rostock oder gar die Wiro als Eigentümer der Mittelmole bereit, zu den beiden oben aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen und Klarheit zu schaffen.

Derzeit liegt viel im Argen, was die Warnemünder Mittelmole angeht, sei es die Verfüllung der historischen Fährbecken oder der Abriss zweier Gebäude aus dem Jahre 1903 unter dem Vorwand der Verkehrssicherheit. Früher reichte vor dem Abriss ein Zaun, heute wird Klarheit mit Baggern geschaffen. Und was kommt nach dem Abriss der Gebäude? Eine Freifläche hieß es zuerst und nun soll sie eine Stellfläche für Wohnmobile werden. Und während in Warnemünde auf der Mittelmole Sachen gemacht werden, die nicht mehr rückgängig zu machen gehen, schwärmt unser Oberbürgermeister Roland Methling von Olympia und hofft, dort eine Yachthafenresidenz 2 zu errichten.