Gleichstellungsministerin Bernhardt: „Zeit soll bewusst gestaltet werden können“
Verfasst: 01.07.2022, 15:26
Gleichstellungsministerin Bernhardt: „Zeit soll bewusst gestaltet werden können“
„Bei unserem Antrag geht es darum, zu schauen, unter welchen zeitlichen Rahmenbedingungen Menschen ihren Alltag gestalten müssen. Wenn z. B. Wartezeiten reduziert oder Wege verkürzt werden, kann das Personen mit Sorgeaufgaben, insbesondere Frauen, helfen, Freiräume zu schaffen. Dann bleibt mehr Zeit für Erwerbstätigkeit, für gesellschaftliches Engagement oder für das eigene Wieder-Auftanken. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf das Optionszeitenmodell zu legen, das im Rahmen einer Bundesprojektes 2017/18 entwickelt wurde. Das Modell soll es erwerbstätigen Frauen und Männern ermöglichen, abwechselnd in Phasen der Erwerbsarbeit, der Sorge, der Bildung, des Ehrenamts und der Selbstsorge zu wechseln. Es beinhaltet einen festgelegten Zeitvorrat, vor allem für Sorge- und Bildungstätigkeiten, über dessen Verwendung die Inhaberinnen und Inhaber weitgehend frei entscheiden können. Das Modell kann dazu beitragen, die partnerschaftliche Aufteilung der Sorgearbeit zu unterstützen. Es sollte unter Einbezug vieler gesellschaftlicher Akteure aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft überprüft und weitergedacht werden, z. B. in Form von modellhaften Erprobungen und entsprechenden Evaluationen“, sagt Gleichstellungsministerin Bernhardt nach der GFMK. Der Beschluss der Konferenz wird nun dem Bundesministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung zugeleitet, um weitere Schritte zu prüfen.