Drese: Es ist unsere Verpflichtung, die Erinnerungen an die menschenverachtenden Taten des Nationalsozialismus wach zu halten
Bei der in Mecklenburg-Vorpommern federführend vom Landesverband Sozialpsychiatrie organisierten Gedenkveranstaltung „Erinnern, Betrauern, Wachrütteln“ stehen Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Zentrum des Gedenkens, die während der Nazizeit ermordet oder zwangssterilisiert wurden.
Auf dem Gebiet des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden während der nationalsozialistischen Diktatur mehr als 2.200 Menschen ermordet und mehr als 5.000 Menschen zwangssterilisiert.
„Diese Menschenverachtung ist unfassbar. Aber hinter diesen Opferzahlen stehen Menschen, die fassbar sind. Betroffen waren Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistigen oder körperlichen Behinderungen“, betont Drese in ihrem Geleitwort zum landesweiten Gedenktag.
In sogenannten T4-Aktionen wurden diese Menschen auf der Basis der „Erbgesundheitsgesetze“ aus Psychiatrien, Alten- und Pflegeheimen, Gefängnissen, Kinderheimen oder Fürsorgeeinrichtungen in barbarischen Verfahren zur Ermordung ausgewählt.
Drese: „Nie wieder! Das ist die oberste Verpflichtung für uns alle und insbesondere für die Landesregierung. Und es ist unsere Verpflichtung, die Erinnerungen an die menschenverachtenden Taten wach zu halten, über die Zeit des Faschismus aufzuklären und wehrhaft und entschlossen neo-nazistischen Bewegungen entgegenzutreten.“
Hinweis: Die landesweite Gedenkveranstaltung findet digital statt. Sie wird am 27. Januar 2022 auf der Internetseite http://www.sozialpsychiatrie-mv.de veröffentlicht. Um 10 Uhr wird es eine landesweite Schweigeminute geben, zu der die Initiatoren alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen.