Ermittler vermiesen Ankäufern das Geschäft
Verfasst: 28.11.2023, 16:04
Ermittler vermiesen Ankäufern das Geschäft

Vergangene Woche haben sie dank geschalteter Anzeigen in lokalen Tages- und Wochenzeitungen nach Greifswald in die Gützkower Straße locken können. Ihr Muster ist simpel: Die reisenden "Händler" mieten bundesweit leerstehende Räume für einen bestimmten Zeitraum an. Kleingedruckt ist die Bedingung zu finden: Wer Pelze, Taschen, Antikes und Co. verkaufen will, muss Gold mitbringen. In allen Fällen werden die Teile geschätzt und völlig unter Wert angekauft. Echtes Gold wird als angeblich "nur vergoldet" abgetan, für Pelze, die im Ausland gut 1.000 Euro oder mehr bringen, geben sie dem Eigentümer lediglich 40 Euro.

Einen Gewerbeschein sowie ein Kassensystem hatten die Ankäufer nach derzeitigen Erkenntnissen nicht. Ob und inwiefern dieser steuer- und gewerberechtliche Part geahndet wird, obliegt den zuständigen Ämtern.
Am 24. November 2023 besuchten Kripo-Beamte die Ankäufer schließlich mit einem Durchsuchungsbeschluss und stellten mehrere Schmuckstücke sicher. Hintergrund dazu war eine Diebstahlsanzeige einer Seniorin, die von Ankäufern einen Hausbesuch bekommen hatte. Sie wollte etwas zum Verkauf abgeben, dabei klauten die Männer bei günstiger Gelegenheit wertvollen Schmuck der Seniorin. (Um das Opfer zu schützen, werden keine weiteren Details genannt.)

Da es im Zusammenhang mit dieser Geschäftsmethode wichtig ist, polizeilich-präventiv auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen, haben unsere Ermittler bundesweit ihre Erkenntnisse weitergegeben sowie Ermittlungsanfragen unter anderem zu dem sichergestellten Schmuck gestartet.
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108747/5660009