Projekt Inklusive Bildung an der Hochschule Neubrandenburg geht in die nächste Phase
Verfasst: 27.12.2023, 17:09
Projekt Inklusive Bildung an der Hochschule Neubrandenburg geht in die nächste Phase
Zielstellung der Qualifizierung ist es, dass die Bildungsfachleute zukünftig Studierenden und Lehrenden an den Hochschulen sowie Mitarbeitenden in Wirtschaft und Verwaltung die speziellen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen aus Betroffenensicht vermitteln.
Die Qualifizierung der fünf Bildungsfachleute wird planmäßig Ende Juli 2024 abgeschlossen sein. Zwischen dem Wissenschaftsministerium, dem Sozialministerium und der Hochschule Neubrandenburg ist eine Einigung erzielt worden, im Anschluss an die Qualifizierung die Beschäftigung der ausgebildeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Hochschule im Rahmen des Doppelhaushaltes in den Jahren 2024 und 2025 zu sichern. In dieser Zeit ist eine Evaluation des Projektes vorgesehen. Dann wird über eine Fortführung des Projekts über das Jahr 2025 hinaus entschieden.
Für das Jahr 2024 und 2025 ist die Beschäftigung der qualifizierten Bildungsfachleute nach E9a vorgesehen. Darüber hinaus sind Sachkosten sowie die Beschäftigung einer sozialpädagogischen Betreuungsperson vorgesehen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die fünf Bildungsfachleute sowie die Betreuungsperson auf 695.136,15 EUR für die beiden Jahre. Davon trägt das Wissenschaftsministerium in Kooperation mit den Hochschulen rund 30% der Gesamtkosten, das Sozialministerium über die anteilige Finanzierung der Personalausgaben der Bildungsfachleute aus dem Ausgleichsabgabe weitere rund 30%. Die restlichen 40% werden zusätzlich aus dem Landeshaushalt finanziert.
„Das Projekt Inklusive Bildung ist ein tolles Beispiel für gelebte Inklusion. Ich bin sehr froh und dankbar, dass es uns gemeinsam gelungen ist, die Weiterbeschäftigung der fünf Bildungsfachleute zu sichern. Ich bin mir sicher, dass die Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Hochschulen, Behörden und Unternehmen des Landes viel von den Erfahrungen der Bildungsfachleute profitieren können. Viele Menschen haben im Alltag Berührungsängste und wissen nicht, wie sie Inklusion im Arbeits- oder Hochschulalltag umsetzen sollen. Genau hier setzt dieses Projekt an. Ich werde die Bildungsfachleute auch in mein Ministerium einladen, damit sie auch hier über gelebte Inklusion berichten“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin: „Durch das beispielhafte Projekt an der Hochschule Neubrandenburg profitieren beide Seiten. Die Menschen mit Beeinträchtigungen erhalten eine Qualifizierung und die Studierenden und Lehrkräfte können im direkten Austausch wertvolle Erfahrungen für ihre künftige Tätigkeit sammeln.“
„Unsere fünf ausgebildeten Bildungsfachkräfte für Inklusion sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Sie können daher besonders gut den Studierenden sowie Lehr-, Fach- und Führungskräften die Lebenswelten, spezifischen Bedarfe und Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen vermitteln und so einen Beitrag zur Inklusion im Hochschulbereich leisten“, betont Sozialministerin Stefanie Drese: „Das Projekt bewirkt aber noch mehr. Es trägt dazu bei, Verständnis und Vertrauen für die Belange schwerbehinderter Menschen zu schaffen. Wir verbessern auf diese Weise die beruflichen Chancen schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.“
„Ich bin sehr froh und dankbar, dass die in den letzten Monaten geführten intensiven Gespräche mit dem Wissenschaftsministerium, dem Sozialministerium, Vertretern der Regierungsfraktionen und weiteren Landtagsabgeordneten sowie der Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Hochschulen und Universitäten des Landes Mecklenburg-Vorpommern dazu geführt haben, dass die `Inklusive Bildung M-V´ nun fortgesetzt werden kann“, sagte der Rektor der Hochschule Neubrandenburg Gerd Teschke. „Konkret bedeutet dies die Weiterentwicklung landesweiter Angebote für zukünftige und heutige Fach- und Führungskräfte zur Inklusion aus Betroffenensicht in Studiengängen an den Hochschulen und Universitäten des Landes (Lehramtsausbildung und vielen anderen Studienrichtungen), in beruflichen Schulen, in Verwaltungen und weiteren Ausbildungseinrichtungen.“