Schnee, Sturm, Orkan oder einfach Panikmache
Erst einmal die nackten und kalten Fakten. Ein Tief verlagert sich bis Freitag, dem 09.01.2026, von den britischen Inseln über die Niederlande nach Niedersachsen, wo es am Vormittag ankommt. Unter Abschwächung zieht dieses Tief bis Sonnabend weiter nach Sachsen. Dabei wird in weiten Teilen Deutschlands die kalte frostige Luft durch mildere Luft vom Nordatlantik ersetzt. Ausnahme bilden Norddeutschland und der Osten Deutschlands, wo sich die kalte Luft halten wird.
Soweit der gesicherte Teil der Wetterlage. Ich schaue mal zurück auf vergangenen Sonntag, den 04.01.2026. Da sah es für Mecklenburg-Vorpommern so aus, dass kräftige Schneefälle, bis zu 15 Zentimetern Neuschnee gepaart mit Sturmböen und einzelnen schweren Sturmböen der Stärke 10 für Schneeverwehungen und ein, ich nehme das Wort ungern mit auf, Wetterchaos sorgen könnte. Zu jenem Zeitpunkt wurde das Tief noch etwas weiter nordöstlich berechnet, sprich Richtung Nordsee.
Seit Montagabend, 05.01.2026, wird die Zugbahn des Tiefdruckgebietes immer ein Stück weiter südlich und westlich berechnet. Das hat grundlegende Folgen für das, was uns erwartet. Eines bleibt: Es wird deutlich windiger zum Freitag, den 09.01.2026, mit stürmischen Böen im Binnenland und Sturmböen an der Ostseeküste. Nun ist die genaue Zugbahn des Tiefdruckgebietes aber entscheidend für auftretende Niederschläge, in diesem Fall in Form von Schnee. Während, wie im vorhergehenden Absatz beschrieben, bis Sonntag noch große Neuschneemengen für ganz Mecklenburg-Vorpommern berechnet wurden, die in Kombination mit dem Wind zu Schneeverwehungen führen könnten, gehen die neuesten Berechnungen davon aus, dass 1 bis 4 Zentimeter Neuschnee in einem Streifen von der Lübecker Bucht bis südlich der Seenplatte fallen können. Richtung Elbe und Elde, im Grenzbereich der Luftmassen, können tatsächlich über den Tag verteilt bis zu 10, eventuell 15 Zentimeter Neuschnee fallen. Wer in den Gebieten von Wismar und Rostock bis nach Rügen, Usedom und bis zum Randowbruch wohnt, wird davon kaum etwas mitbekommen, vielleicht noch nicht einmal eine Schneeflocke sehen.
Somit ist, meine persönliche Meinung, Panikmache fehl am Platz. Eher einen kühlen Kopf bewahren, bei frostigen Temperaturen sollte dies möglich sein. Was bedeutet dies für die Wetterlage in Mecklenburg-Vorpommern? Schnee und Schneefälle für das westliche Mecklenburg bis südlich der Seenplatte, wo es einzelne Schneeverwehungen geben kann, gepaart mit kräftigen Schneefällen an der Elbe und Elde, wobei es hier zu Verkehrsbeeinträchtigungen durch Neuschnee, Glätte und Schneeverwehungen kommt. Für die übrigen Landesteile wird es dagegen, aus ganz aktueller Sicht, frostig mit kräftigem Wind, der die Temperaturen noch kälter anfühlen lässt, bleiben. Und während in der Nacht auf Sonnabend, den 10.01.2026, die Schneefälle aus dem Süden und Westen unseres Landes abziehen, könnten kräftige Schneeschauer am Sonnabend für weitere Zentimeter Neuschnee im gesamten Land sorgen. Der Wind lässt dann bereits nach und würde an der Ostseeküste noch für stürmische Böen sorgen. Richtung Rügen und Hiddensee sind dann kurzzeitig leichte Plusgrade möglich, während es in den übrigen Landesteilen frostig bliebe.
Alles in allem bleibt da nur der nüchterne und nicht panikmachende Blick auf das Wettergeschehen. Ein paar Kilometer des Tiefdruckgebietes sind entscheidend.