Verbraucherschutzministerin: „Nebenkostenabrechnung prüfen“
Schwerin - „Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen hat darauf hingewiesen, dass der Energiepreisschock noch nicht vorbei ist. Die gestiegenen Preise werden für viele erst jetzt schwarz auf weiß in den Nebenkostenabrechnungen deutlich. Darauf ist die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern vorbereitet. Es wird einen weiteren Anstieg der Nachfrage geben. Gerechnet wird damit, dass die Anzahl der Beratungen mit voraussichtlich 3.600 um 20 Prozent höher liegen wird als im Jahr 2022. Eine hohe Anzahl an Beratungen sind zu begrüßen, denn jede zu hohe Nebenkostenabrechnung, die am Ende zugunsten der Verbraucherin oder des Verbrauchers korrigiert werden muss, dient der Gerechtigkeit. Da schon seit geraumer Zeit ein Anstieg der Nachfrage bei der Verbraucherzentrale in Energiefragen zu verzeichnen ist, hat die rot-rote Landesregierung die Verbraucherzentrale unlängst mit einem Zuschuss von 10.000 Euro für die Abdeckung des personellen Aufwands bis zum Jahresende gestärkt. Vor allem ärmere Frauen und Männer sowie Familien treffen die gestiegenen Preise. Der Anteil der Energiekosten am Haushaltseinkommen beträgt laut des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen im niedrigsten Einkommenssektor 16 Prozent. Bei den wohlhabendsten Haushalten schlagen Energiekosten gerade mal zu vier Prozent zu Buche. Daher ist die Hilfe für die Menschen mit geringem Einkommen bedeutend“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt. Ein Haushalt gilt nach einer gängigen Definition als durch Energiearmut bedroht, wenn der Anteil der Energiekosten zehn Prozent des Haushaltsnettoeinkommens übersteigt.
Die Vorständin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Wiebke Cornelius: „Die hohen Energiekosten treiben Verbraucherinnen und Verbraucher nun schon seit Monaten um. Für viele wird es durch die gestiegenen Preise finanziell richtig eng. Denn die hohen Energiepreise sind derzeit ja nur ein Kostenfaktor unter vielen neben den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen. In unseren Beratungsstellen bieten wir Unterstützung, wenn es Schwierigkeiten mit der Energierechnung gibt. Die Beraterinnen und Berater der Verbraucherzentrale prüfen die Nebenkostenabrechnung und beraten individuell zu Einsparpotentialen. Sie setzen sich bei Problemen mit dem jeweiligen Energieversorger auseinander und versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Häufig sind Ratsuchende auch auf unseriöse Anbieter hereingefallen, hier übernimmt die Verbraucherzentrale die Rechtsvertretung. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, dass Energieschulden vermieden werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass Energieschulden gerade für Haushalte mit geringem Einkommen oft der erste Schritt in eine Schuldenspirale sind, aus der man nur sehr schwer herauskommt.“