| „Hunderte wertvolle Gemälde und Grafiken hat Christoph Müller, Jahrgang 1938, aus Sassnitz an Museen verschenkt. Werke, die er über Jahrzehnte mit großer Leidenschaft, Fachverstand und Klugheit gesammelt hat. Auch unser schönes Bundesland hat der Mäzen schon mehrfach mit seinen Bildern bedacht“, betont die Ministerpräsidentin und erinnert in diesem Zusammenhang vor allem an die wertvolle Sammlung von über 150 niederländischen Werken an das Staatliche Museum Schwerin. Schwesig: „Das war wahrlich eine Jahrhundertschenkung. Die größte Sammlung von Altmeistergemälden aus dem Goldenen Zeitalter, die ein deutsches Museum nach dem 2. Weltkrieg erhalten hat. Mit dieser Schenkung verfügt das Museum nun über eine der größten Sammlungen dieser Art in ganz Europa. Viele Kunstliebhaber kommen extra deswegen nach Schwerin, zu uns nach Mecklenburg-Vorpommern.“
Im April 2016 habe Herr Müller dem Land fast 400 Arbeiten dänischer Künstler aus dem 19. Jahrhundert für die Präsentation im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald geschenkt, „ein riesengroßer Kunstschatz für unser Land, ja sogar die größte Sammlung dänischer Kunst dieser Epoche in ganz Deutschland“, hebt Schwesig hervor. Für die Hanse- und Universitätsstadt werde sie zum Alleinstellungsmerkmal, das international ausstrahlen werde. Die Bilder sollen Kern einer Galerie der Romantik werden, die dafür umgebaut und erweitert wird.
„Die Sammelleidenschaft von Christoph Müller ist unser Glück“, so Schwesig. Mecklenburg-Vorpommern blicke auf eine lange Kulturgeschichte zurück. „Wir sind sehr stolz auf unsere reiche Kunst- und Kulturlandschaft, die durch Müllers Beiträge noch mehr dazugewonnen hat.“ Die Ministerpräsidentin dankt dem Mäzen: „Ich danke Herrn Müller sehr herzlich für sein Vertrauen und sein großes Engagement. Seine Verdienste um Kunst und Kultur in unserem Land sind herausragend. Ich freue mich, ihm dafür den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern verleihen zu können.“
Das Leben von Gudrun Riedel, Jahrgang 1954, aus Strasburg ist maßgeblich davon bestimmt, „Menschen mit viel Hingabe und großer innerer Stärke zu helfen. Sie geben ihnen einen sicheren Ort und neuen Lebensmut“, hebt die Ministerpräsidentin hervor.
Frau Riedel kam 1975 nach Strasburg, um als Gemeindediakonin zu arbeiten. | Diese Arbeit musste sie nach der Heirat mit dem Pfarrer aufgeben, blieb aber trotzdem in der evangelischen Gemeinschaft sehr aktiv, zunächst für geschiedene Pfarrfrauen, denen Einsamkeit und Verarmung drohten. Sie organisierte Beratungs- und Begegnungsangebote und ist für betroffene Frauen bis heute Ansprechpartnerin geblieben.
Schwesig: „In ihrem ehrenamtlichen Engagement ist Frau Riedel immer darauf bedacht, hilfebedürftigen und ausgegrenzten Menschen eine Aufgabe zu geben, sie untereinander zu vernetzen und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, damit sie weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“ So organisiert sie Mütterabende unter dem Dach der Kirche und engagiert sich zunehmend auch politisch, gehörte zur Gründungsgruppe Neues Forum Strasburg und war an der Organisation wöchentlicher Andachten beteiligt.
Nach der Wende hat Frau Riedel ihre Tätigkeit als Gemeindediakonin wieder aufgenommen, baute eine Beratungsstelle für Ehe- und Familienberatung auf und gründete gemeinsam mit einer Kollegin den evangelisch Beratungsdienst Nordost gGmbH. Das Angebot dieser Beratungsstelle ist umfangreich, umfasst psychologische Beratungen für Erwachsene, Kinder, Jugendliche, Paare und Familien, Erziehungsberatung oder Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung.
Großes Engagement zeigt Frau Riedel auch in der Flüchtlingshilfe. Auf ihre Initiative wurde 2015 ein Runder Tisch für Flüchtlingshilfe in Strasburg gegründet, der sich um die Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen kümmerte. Ein weiteres Projekt, das sie mitbetreut, ist der Erhalt und die Sanierung des alten Gemeindehauses in Strasburg. Einheimische und Flüchtlinge bauen zusammen das Gemeindehaus aus und haben einen schönen Ort für Begegnungen.
Die Ministerpräsidentin: „Gudrun Riedel hat sich ihr ganzes Leben für andere Menschen eingesetzt. Ich danke ihr für dieses außergewöhnliche Engagement und freue mich, ihr den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu verleihen. Herzlichen Glückwunsch!“ |