Landeserntedankfest ein wichtiges Fest zum Innehalten

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Maik Thomaß
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Landeserntedankfest ein wichtiges Fest zum Innehalten

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Landeserntedankfest ein wichtiges Fest zum Innehalten

Neu Kaliß. Am kommenden Sonntag, dem 05. Oktober 2014, findet in Neu Kaliß, Landkreis Ludwigslust-Parchim, das 24. Landeserntedankfest statt. "Die Landwirte in unserem Land haben dieses Jahr eine sensationell gute Ernte eingefahren. Doch an Erntedank müssen wir uns auch bewusst machen, dass wir in einer Gunstregion der Landwirtschaft leben und wir keinen Hunger leiden müssen. Das war und ist nicht selbstverständlich", unterstrich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Erntedank ist eine Tradition, die seit Tausenden von Jahren auf der ganzen Welt gefeiert wird und ist somit eines der ältesten Rituale der Menschheit. Als die Jahreszeiten und die Witterung noch sehr viel wichtiger für das Überleben waren, da war der Erntedank überall der Zeitpunkt nach dem Einbringen der Ernte und der Fülle des Sommers. "Heutzutage sind nach UN-Standards über 1 Milliarde Menschen unter- oder mangelernährt. Eine unvorstellbare, beschämende Zahl. Gleichzeitig betrug nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO der Energiegehalt aller weltweit produzierten Lebensmittel im Jahr 2013 über 13 Billiarden Kilokalorien. Rechnerisch betrachtet entspricht dies täglich 5.300 Kilokalorien für jeden Erdbewohner - mehr als genug, um alle Menschen auf der Welt zu ernähren. Das ist eine gravierende Verteilungsungerechtigkeit und hier muss es auf internationaler Ebene endlich ein Umdenken geben", mahnte der Minister.
Gleichzeitig wirft jeder Deutsche rund 82 kg Lebensmittel pro Jahr weg. "Das ist ein Faustschlag ins Gesicht für jeden, der Hunger leidet, und für jeden Landwirt, der jeden Tag für uns alle auf das Feld geht und arbeitet. Es ist unsere Aufgabe, den Menschen wieder bewusst zu machen, dass es unsere Erde ist, die Nahrungsmittel hervorbringt und dass es unsere Landwirte sind, die die Verantwortung dafür haben, dass es auch in 100 Jahren noch so ist", sagte Dr. Backhaus.

Die Landwirtschaft hat dieses Jahr eine herausragende Ernte eingefahren. So lagen die Ergebnisse teilweise sehr deutlich über dem fünfjährigen Mittelwert: So wurden 86 dt/ha Brotgetreide eingefahren, womit man knapp 15 dt/ha bzw. 21 % über dem fünfjährigen Mittel liegt. Ähnlich sieht es beim Futtergetreide aus: Hier lag der Wert bei 77 dt/ha und damit 11,5 dt/ha bzw. 17 % über dem fünfjährigen Mittel. "Insgesamt wurden rund 5,8 Mio. Tonnen geerntet. Das entspricht ca. 232.000 LKWs, die aneinander gereiht eine Länge von einmal Madrid - Mecklenburg-Vorpommern hin und zurück ergeben würden. Die Landwirte verdienen für Ihre Arbeit den aller höchsten Respekt", hob der Minister hervor.
Zugleich sind die Preise für die landwirtschaftlichen Rohstoffe stark unter Druck. Dies ist einerseits mit der guten Ernte und dem damit verbundenen großen Angebot verbunden. So liegen die Preise für Qualitätsweizen derzeit ca. 54 €/t unter dem Wert des Vorjahres (210 €/t) oder bei Futterweizen gar 70 €/t unter dem Vorjahresniveau (200 €/t). Ein weiterer Preisdruck entsteht durch die Sanktionen Russlands gegenüber der EU. "Wir haben hier schon eine Halbierung des Preises bei den Äpfeln, da vor allem aus Polen die Apfelernte, die für Russland gedacht war, auf den EU-Markt zurückkommt. Hier muss die EU und der Bund weiter aktiv bleiben und den Unternehmen weiter helfen", so Dr. Backhaus.

Allerdings nutzt auch der Lebensmitteleinzelhandel seine Marktmacht, um die Preise bei den Produzenten zu drücken. So konzentriert sich laut einer aktuellen Studie des Bundeskartellamtes der Markt in Deutschland zu 85 % auf vier Konzerne, die gegenüber den Produzenten und Lieferanten enormen Druck ausüben, was oftmals auch zu Lasten der Angebotsvielfalt und nicht zu Preissenkungen für den Verbraucher führt. "Das bestätigt mich in meiner Annahme. Wir sind daher alle gefragt, unsere Landwirtschaft und unsere Strukturen vor Ort zu stärken. Wenn wir im Supermarkt einkaufen, dürfen wir nicht vergessen, dass jeder Griff in die Kühltheke eine Bestellung auf dem globalen Markt ist. Wir alle entscheiden, wie die Menschen hinter dem Produkt leben. Kaufen wir billig, sind die Maßstäbe in der Herstellung andere, als wenn wir für ökologische und soziale Qualität von Lebensmitteln ein paar Euro mehr ausgeben und womöglich den Landwirt aus der Region fördern", betonte der Minister.

Höhepunkte des diesjährigen Landeserntedankfestes werden der ökumenische Festgottesdienst in der Johanneskirche Neu Kaliß und der traditionelle Ernteumzug sein. Weitere Informationen und das Programm finden Sie auf der Internetpräsenz der Gemeinde Neu Kaliß: http://www.neukaliss.de/
Redaktion Maik Thomaß
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